Mann mit Federboa

Silvester für Silvestermuffel

„Und was machst du an Silvester?“ – Schon Wochen vor dem eigentlichen Ereignis hört man von allen Seiten dieselbe Frage. Zum Jahreswechsel muss es für viele die beste Party, das teuerste Restaurant und die feinste Theatergala sein.

Diejenigen, die sich in diesem Jahr etwas ganz Besonderes gönnen wollen, jetten nach Paris, Rom oder London. Doch wer hoch steigt, fällt tief. Oft bleibt die Nacht hinter den Erwartungen zurück und der einzig gute Vorsatz für das kommende Jahr lautet: „Nächstes Mal mach ich alles anders.“

Zu Hause bleiben und früh schlafen gehen

Klar, das einfachste für Silvestermuffel ist: zu Hause bleiben und am Besten um 22 Uhr schlafen gehen, noch bevor vor dem Brandenburger Tor hundertausende Menschen sektselig die Korken knallen lassen oder auf der Warschauer Brücke in Friedrichshain der Krieg ausbricht. Der 31. Dezember ist schließlich auch nur ein ganz normaler Tag, zwanghaftes Feiern neigt sowieso meist dazu ein Reinfall zu werden und Monate im voraus schon wissen müssen, auf welche Party man gehen will, um dann noch Tickets zu ergattern, ist genauso schlimm, wie 30 Euro Eintritt für einen Club zu bezahlen, der normalerweise nicht mal einen Zehner kostet.

Unsilvesterliche Partys

Wer nun aber auch an normalen Tage nicht gerne um 22 Uhr schlafen geht und sich außerdem zwar dem Silvesterrummel nicht anschließen mag, trotzdem aber in dieser Nacht nicht gerne alleine auf das vergangene Jahr zurückblicken will, der sei an dieser Stelle beruhigt: es gibt ein paar Bars, die Silvester ganz unsilvesterlich daherkommen - einfach mal in der Kiezkneipe vor der Haustür nachfragen, ab 1 Uhr haben die meisten geöffnet.

Genervt von Silvester? Raus aus der Stadt!

Diesen Entschluss konsequent durchzuziehen, muss nicht bedeuten, dass man einsam zuhause bleibt. Zahlreiche Hütten im Brandenburger Land stehen auch jetzt noch Familien oder kleineren Gruppen zur Verfügung, denen der Sinn nach einem alternativen Jahresausklang steht.

Wer es besonders naturalistisch mag, kann sich auch in der Schweiz oder in Schweden in ein Häuschen ganz ohne Elektrizität zurückziehen. Bei Kaminfeuer und Kerzenschein wird es dann richtig besinnlich. Für den kleineren Geldbeutel lockt auch das Nachbarland Polen. Wegen des guten Wechselkurses kann man dort viel sparen, ohne dabei auf gute Qualität verzichten zu müssen.

Silvester ganz ohne Feuerwerk

Auf Sylt, Amrum und in St. Peter Ording begeht man das Silvesterfest an sich schon ganz anders als hier, denn dort ist Feuerwerk gänzlich verboten. Geschützt werden sollen damit vor allem die zahlreichen Reetdächer, die leicht Feuer fangen können. Der Umwelt und der Gesundheit kommt das Verbot natürlich auch zugute.

Ähnlich argumentierte einst auch der Grünen-Abgeordnete Benedikt Lux: Er forderte ein Verbot der Silvester-Knallerei innerhalb Berlins - aufgrund der hohen Feinstaubwerte und Müllberge und der zahlreichen Verletzungen. Unterstützung für dieses Vorhaben erhielt Lux jedoch lediglich von der Feuerwehr, so dass auch diejenigen, die den Jahreswechsel wie jedes Jahr begehen wollen, nicht zu kurz kommen werden.

(Bilder: BerlinOnline Stadtportal GmbH & Co. KG; Silvester an der Spree; Carambar; MIO Berlin; Chamäleon Theater GmbH; Projekt030 GmbH; E4 Berlin Betriebsgesellschaft mbH; FELIX ClubRestaurant; Pandox Berlin GmbH; Matrix Club Berlin; Riedel und Riedel Media GbR)